Myanmar: Die aktuelle Lage nach dem Erdbeben
Nach Angaben des Militärregimes in Myanmar wurden bislang mehr als 3.000 Tote gezählt, darunter viele Kinder. Die Zahl der Verletzten ist nach den Angaben auf mehr als 4.700 gestiegen. Die tatsächliche Zahl der Toten ist aber wohl deutlich höher, zumal auch noch über 300 Menschen vermisst sind. Auch in Thailand gibt es Opfer. In Bangkok stürzte ein Hochhaus ein, dabei wurden mindestens 22 Menschen getötet, und es gibt noch viele Vermisste.
Kinder in Myanmar sind in dieser Situation besonders gefährdet: Viele brauchen medizinische Versorgung und psychologische Betreuung. Viele suchen noch immer ihre Eltern. Die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, schwindet von Tag zu Tag. Schon vor dem Erdbeben waren nach Schätzungen von Unicef mehr als 6,5 Millionen Kinder in Myanmar auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Die WHO hat für Myanmar die Stufe 3, die höchste Notfallstufe, ausgerufen. Ziel sei es vor allem, in den kommenden Wochen Krankheitsausbrüche zu vermeiden. Das Risiko ist hoch, denn die Strom- und Wasserversorgung ist vielerorts unterbrochen. Dadurch ist die Versorgung der Menschen erschwert, und Krankheiten können sich leichter ausbreiten.
Viele internationale und lokale Rettungsteams sind vor Ort, um jetzt lebensrettende Hilfe zu leisten. Sie arbeiten allerdings wegen des Bürgerkriegs unter erschwerten Bedingungen. Tagelang war auch der Kontakt zur Partnerorganisation der Kindernothilfe in Myanmar abgeschnitten. Das Projekt arbeitet etwa 320 Kilometer östlich von der vom Erdbeben besonders betroffenen Stadt Mandalay. Die Kindernothilfe hat inzwischen aber einen Kontakt herstellen können und erfahren, dass die Kinder und Mitarbeitenden im Projekt nicht unmittelbar vom Erdbeben betroffen sind. Nach den Auskünften der Partner gibt es dort keine Toten und Verletzten.
Die Kindernothilfe arbeitet als NGO nicht mit der Regierung zusammen, sondern direkt mit den lokalen Partnern, um so sicherzustellen, dass die Hilfe auch ankommt. Sie ist derzeit auch mit einer Partnerorganisation in Yangon (früher Ragun) über ein größeres Hilfsprojekt im Austausch. Es geht dabei um dringend benötigte Nahrungsmittel, Hygieneartikel und psychosoziale Unterstützung für Kinder.
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